WAZ  GELSENKIRCHEN 15.10.2020 
Auch in Gelsenkirchen trifft die Pandemie vor allem die Alten. Um die Vereinsamung zu bekämpfen, bekommen Alzheimer-Betroffene jetzt Tablets.

Die Auflagen durch die Corona-Pandemie machen fast allen Menschen zu schaffen, auch in Gelsenkirchen. Besonders hart trifft es allerdings diejenigen, die dringend auf Kontakte angewiesen sind – wie Alzheimer-Patienten. „Sie werden völlig isoliert, vereinsamen, bekommen Depressionen“, weiß Andrea Hundert von der Alzheimergesellschaft. Um das Leid abzumildern, werden jetzt Tablets an pflegende Angehörige abgegeben. „Damit kann man sich sehr sinnvoll beschäftigen.“

Individuell eingerichtet werden die Tablets von den ehrenamtlich tätigen Technikbotschaftern der Stadt Gelsenkirchen. So wird zum Beispiel ermöglicht, dass die Erkrankten mit Freunden und Verwandten, die weiter weg wohnen, chatten und sich dabei sehen können. Außerdem findet man dort Spiele, die man mit den Alzheimer-Erkrankten machen kann. „Es wird möglich, Märchen in einfacher Sprache vorzulesen, sich anhand von Fotos die eigene Biografie wieder ins Gedächtnis zu rufen und seine Erinnerungen zurückzuholen“, erklärt Andrea Hundert.

Vor einigen Monaten hatte die Alzheimer-Gesellschaft schon Informationsmappen zusammengestellt. „Weil nach so vielen Monaten, in denen auch die Selbsthilfegruppen wegen Corona nicht mehr so funktionieren konnten, die Angehörigen oft wirklich nicht mehr wissen, wie sie ihre erkrankten Verwandten beschäftigen sollen“, sagt die Fachfrau. Jetzt mit den Tablets soll es noch deutlich entspannter werden. Sie sind ausgesprochen leicht zu bedienen, die Buttons kann man mit dem Finger anklicken. „Diejenigen, die noch nicht so schwer erkrankt sind, können sich auch selbst auf diese Weise vergnüglich und vernünftig die Zeit vertreiben.“ Man findet Memory und Spiele auf den Geräten oder Musik in Form von alten Liedern, mit denen die Alzheimer-Erkrankten etwas anfangen können, weil sie die Musik noch aus früheren Zeiten kennen. Sich mit den Tablets zu beschäftigen, mache wirklich Spaß.

Die Alzheimer-Gesellschaft hat vor einiger Zeit bei der Arbeitsgemeinschaft der Gelsenkirchener Behindertenverbände den Antrag gestellt, dass zunächst 15 Tablets für Personen angeschafft werden können, die in Selbsthilfegruppen der Alzheimer-Gesellschaft sind. Jetzt sollen erste Erfahrungen gesammelt werden, wie die Angehörigen mit den Geräten zurechtkommen. Speziell Familien haben sich schon gemeldet, die damit arbeiten wollen.

Auf diese Weise wird eine Brücke nach draußen geschaffen, wenn so viele hilfreiche Strukturen durch Corona wegbrechen. „Viele Hochaltrige öffnen sich dieser Technik nicht mehr. Insofern sind wir froh, wenn wir pflegenden Angehörigen damit in diesen schwierigen Zeit helfen können“, sagt die Fachfrau, die selbst Alzheimer-Gruppen leitet und die Probleme bestens kennt.

Technikbotschafter *innen richten die Geräte individuell ein.

Die Technikbotschafter *innen fahren zu den Familien hin und richten die Geräte individuell passend ein. Es wird ein Ausleihvertrag abgeschlossen, die Tablets bleiben aber Eigentum der Alzheimer-Gesellschaft. 17 Selbsthilfegruppen mit insgesamt 70 bis 80 Teilnehmern sind inzwischen entstanden.

„Und der Bedarf nach Beratung wird zunehmend größer“, weiß Andrea Hundert. Sie freut sich, dass die Alzheimer-Gesellschaft mittlerweile ein breit gespanntes Netzwerk hat, das Betroffenen und denjenigen, die noch Bedarf haben, ihre gesundheitlichen Probleme abzuklären, viele unnötige Wege erspart. „Auch viele Ärzte schicken Patienten zu uns, weil sie unser Netzwerk schätzen.

 

Artikel der Rotthauser Post

Ausgebildete Technikbotschafter *innen helfen ehrenamtlich beim Umgang mit Smartphone, Computer und TV

 

(JP @Julian Preuß) Die Technik ist das Element von Dietmar Musialek (68). In der digitalen Welt fühlt sich der ehemalige Leiter des EDV-Services der Stadt Gelsenkirchen wohl.
Deshalb gibt er sein Wissen als Technikbotschafter kostenlos an interessierte Senioren weiter. Dietmar Musialek zählte 2014 zu den ersten Technikbotschaftern, die aus einer rund 20-stündigen Schulung hervorgegangen waren. Die Technikbotschafter *innen gehören zum Generationennetz, einer Organisation der Stadt Gelsenkirchen, die mit verschiedenen Einrichtungen und deren Seniorenarbeit kooperiert.
Von Senioren für Senioren: Das ist das Motto, dem sich Musialek und rund 30 andere Ehrenamtler verschrieben haben.
„Für mich liegt der Reiz darin, anderen Menschen Wissen zu vermitteln, verrät das Mitglied des Rotthauser Tennisclubs.
Während es für die einen selbstverständlich ist, Smartphone oder Fernseher zu bedienen, stellt die digitale Technik für die anderen eine völlig fremde Welt dar.
Deshalb halten die
Technikbotschafter *innen an fünf verschiedenen Standorten in Gelsenkirchen Sprechstunden ab – beispielsweise in der Volkshochschule Gelsenkirchen (Schwerpunkt Lehren und Lernen), in Schalke (Spiele und Spaß), Bulmke/Hüllen (Sicherheit und Privatsphäre), Buer (Lehren und Lernen) und Schaffrath (Gesundheit und Fitness).
Auch Rotthausen ist als Standort im Blick.
Die Sprechstunden finden
im Rahmen von Kursangeboten, in den sogenannten Techniktreffs, statt.
„Wir erklären nicht nur, wie man beispielsweise mit dem Smartphone Fotos macht und sie bearbeitet. Wir helfen auch, mit Google umzugehen“, erklärt Musialek, der in Erle lebt. Um sich in sozialen Netzwerken zurecht zu finden, thematisieren die ausgebildeten Ehrenamtler *innen ebenfalls YouTube, Facebook und Co.
In Gelsenkirchen gibt es eine Vielzahl an Angeboten, die Senioren die neue Technik erklären.
Musialek kennt jedoch den großen Vorteil der Botschafter *innen:
"Unsere Leistungen sind kostenlos."
Außerdem machen wir auch Hausbesuche, wenn mal ein Fernseher eingerichtet werden soll.“ Auch die gesellige Atmosphäre trägt dazu bei, dass die Techniktreffs immer beliebter werden. Die Gruppen sind noch nicht so groß. Wir können uns um jeden Einzelnen kümmern. Es gibt auch Menschen, die uns regelmäßig besuchen. Sie nutzen die Zeit, um sich mit anderen Leuten zu unterhalten“, führt der 67-Jährige aus.
Noch gibt es in Rotthausen keinen Standort für einen Techniktreff. Das soll sich aber ändern. „Spätestens im nächsten Jahr möchten wir wieder Technikbotschafter ausbilden“, schaut Musialek voraus.
Mitmachen kann jeder, der entsprechendes Wissen mitbringt. Weitere Infos zu Zeiten, Standorten und Angeboten der Technikbotschafter gibt es unter:

www.technikbotschafter-ge.de


Lesen Sie hier den WAZ Artikel über die Technikbotschafter *innen vom 27.11.2017

 

 

 

https://www.waz.de/staedte/gelsenkirchen/technikbotschafter-helfen-senioren-kostenlos-bei-problemen-id212669747.html

Alter, was geht? – Neue Medien im Alter – ein Interview mit der Technikbotschafterin Barbara Pürzer (77) aus Gelsenkirchen.
Journalistik
Studierende der TU Dortmund im Gespräch mit Senioren.

 

Hier sehen Sie die Aufzeichnung des Gesprächs bei NRWISION 





TeBo bei Radio Emscher Lippe (REL) im Gespräch

Unsere Technikbotschafter Michael Liedtke und Georg Palicki im Gespräch mit Radio Emscher Lippe.

Um das Interwiev zu hören klicken Sie auf den nebenstehenden Link.

Das Technikbotschafter-Gespräch beginnt ab ca. 31:10,
direkt nach Jonny Cash.



WAZ vom 18.03.2019

Eröffnung Digital Kompass in Buer

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Die digitalen Kompetenzen der Gelsenkirchener Technikbotschafter *innen stellt Monika Sommer-Kensche vor.

Klicken hier auf den Link.

https://www.youtube.com/watch?v=jTce9Dnna3U&t=01s